Am Mittwoch, 25. März, war es so weit: Nach Wochen und Monaten der Vorbereitung fand die Jugendkonferenz in der EMMA statt. Rund 100 Schülerinnen diskutierten Themen, erarbeiteten Ideen und sammelten Forderungen für die Landesjugendkonferenz, die am Ende des Schuljahres in Stuttgart stattfinden wird. Neben den vom Kultusministerium vorgeschriebenen Themen wurden am Mörike die von der SMV gewählten Themen mentale Gesundheit, Schüler- und Jugendaustausche sowie Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Mörike eingebracht. An zehn Thementischen hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, Vorschläge für die Schule, die Stadt Esslingen und das Land Baden-Württemberg zu formulieren. So gab es beispielsweise im Themenblock mentale Gesundheit die Forderung nach mehr Therapieplätzen. Am Tisch zum Thema Jugendbeteiligung wurden ein Wahlrecht ab 16 auf Bundesebene und direkte Jugendentscheide für Jugendthemen wie bei der Wehrpflicht gefordert.
Der Tag begann mit einem kurzen „SpeedCafe", in dem jede und jeder in jeden Thementisch kurz reinschnuppern konnte und erste Grundlagen für spätere tiefergehende Diskussionen gelegt wurden. Im Anschluss daran folgte das „DeepCafe". Hier konnten sich die Teilnehmenden in zwei Phasen von jeweils 20 Minuten intensiv mit zwei Themen beschäftigen und die oben erwähnten Vorschläge für Kommune, Land und Schule erarbeiten, diskutieren und bewerten.
Im Anschluss folgte eine kurze Vorstellung der Ergebnisse durch Kursstufenschülerinnen, die die Thementische kompetent und engagiert betreut hatten.
Am Ende des Vormittags stand eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern von Parteijugendorganisationen und des Jugendgemeinderats sowie Matthias Klopfer, dem Oberbürgermeister des Stadt Esslingen.
Die Wichtigkeit der Veranstaltung zeigte sich nicht nur an der Teilnahme von Oberbürgermeister Klopfer, sondern auch daran, dass Dr. Carsten Rabe, Referatsleiter Jugend am Kultusministerium Baden-Württemberg, ein Grußwort hielt, in dem er die produktive Dynamik in der EMMA hervorhob.
Aber was hatten die Teilnehmenden denn jetzt für Forderungen?
Eine Forderung, die themenübergreifend für unsere Schule aufkam, war die Einführung einer Politik-AG oder sogar von Politiktagen, wo sich Schülerinnen intensiver, z. B. auch mit Abgeordneten, über Politik austauschen sollen.
Die von den Schülerinnen erarbeiteten Vorschläge werden nun in einem nächsten Schritt in die Landesjugendkonferenz eingebracht und erreichen so die verantwortlichen Politiker. Die Tatsache, dass es eine eigene Kategorie für Vorschläge für unsere Schule gab, zeigt aber, dass man nicht mit der Umsetzung der Ideen warten muss, bis die Landespolitik reagiert. Forderungen wie die Einrichtung eines Ruhe- und Gebetsraums, erweiterte Öffnungszeiten der Bibliothek, die Möglichkeit, draußen zu Mittag zu essen, eine verlässliche Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien auf Moodle im Falle eines Austauschs, mehr klassenübergreifende Aktionen, ein verstärkter Austausch über (welt-)politische Ereignisse, ein größerer Anteil von Projekten als Bewertungsgrundlage und KI als akzeptierte Lernhilfe sind Themen, die nun diskutiert werden sollten, denn eines ist klar: Ohne einen Einfluss von Jugendlichen auf lokale Probleme kann von Mitbestimmung wenig die Rede sein.
Aber auch an unsere Kommune wurden auf der Jugendkonferenz Forderungen gestellt. So soll der seit langem kaputte Brunnen vor der Villa repariert werden, auf dem Schulgelände sollen mehr Sitzmöglichkeiten geschaffen werden, und die Sauberkeit in Schule und Schulhof soll verbessert werden.
Alles in allem zeigten sowohl das große Interesse an der Teilnahme als auch die vielen konkreten Vorschläge, dass das Ziel der Jugendkonferenz, Jugendlichen eine Stimme zu geben, erreicht wurde. Bleibt die Frage, ob auf diese Stimme auch gehört wird und sie zu Konsequenzen und Änderungen führt.
Timo Streich, KS1
