Die Mörike-Familie feiert ihre Schulleitung!

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Nach 50-jähriger Schulzeit, davon 22 Jahre Arbeit am Mörike-Gymnasium und elf Jahre als unsere Schulleiterin, wurde Oberstudiendirektorin Gerda Eller am 14. Juli 2026 feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Damit übergab sie ihrem Nachfolger, Studiendirektor Holger Hartlieb, den goldenen Schlüssel für unsere Schule.

Bei großer Sommerhitze versammelten sich in der Schulmensa zahlreiche geladene Gäste zu einem zweieinhalbstündigen Zeremoniell mit wundervollem musikalischen Rahmenprogramm, gestaltet durch Schüler/innen und Lehrkräfte, und insgesamt neun Reden. „Uff!", könnte man denken. Aber keine Minute davon war langatmig, sondern sehr kurzweilig und berührend. Wie ist das möglich? Die ganze Veranstaltung war ein Feuerwerk an Wertschätzung und Verbundenheit mit Frau Eller und Herrn Hartlieb. Der Geist der Mörike-Familie war deutlich spürbar!

Frau Rugart und Frau Eller

Zu den prominenten Gästen gehörten die Präsidentin der Abteilung Schule und Bildung des Regierungspräsidiums Stuttgart, Frau Rugart, unser Schulreferent, Herr Quade, Frau Staatssekretärin Lindlohr, Herr Bürgermeister Bayraktar, Herr Amtsleiter Berroth, viele Schulleitungen der Esslinger Schulen, unser Elternbeiratsvorsitzender, Herr Ginciauskas, Frau Dr. Valerius vom Verein der Freunde und nicht zuletzt viele Mitglieder unserer Mörike-Familie.

Alle Reden hatten einen einheitlichen Tenor, den Frau Rugart folgendermaßen beschrieb: „Wer mit Frau Eller zusammenarbeitet, erlebt eine Führungspersönlichkeit, die Klarheit und Verlässlichkeit mit großer Zugewandtheit verbindet, eine Schulleiterin, die Entwicklung mit ruhiger Hand begleitet, Verantwortung übernimmt und zugleich immer den Menschen im Blick behält." Dies bestätigte auch die Personalratsvorsitzende, Christina Branitsch, die Frau Ellers außerordentliche Kunst im zwischenmenschlichen „Brückenbau" lobte.


Dabei wollte Frau Eller, wie sie in ihrer Abschiedsrede verriet, ursprünglich gar nicht Lehrerin, sondern Journalistin werden und auf diese Weise einen Beitrag zur Bildung und Aufklärung der Gesellschaft leisten. Während des Studiums lernte sie jedoch in einem Seminar, dass bereits mit 14 Jahren die Grundhaltung der Menschen weitgehend festgelegt ist. Daraufhin wechselte sie den Studiengang und beschloss, als Lehrerin für die Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde, Ethik und Englisch mit jungen Menschen zu arbeiten. Dabei ging es ihr nicht allein um die Vermittlung von Wissen, sondern darum, die Schüler dazu zu befähigen, sich „einzumischen, mitzumischen, zu verändern und positiv zu gestalten."

So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr als Schulleiterin die Demokratiebildung und die Entwicklung eines mit Leben gefüllten Leitbildes immer am Herzen lagen. Dies beweist auch ihr demokratischer Führungsstil, der stets darauf bedacht war, alle Mitglieder der Schulgemeinschaft in die Entwicklungsprozesse einzubeziehen. Voraussetzung hierfür ist nicht zuletzt ihr großes Vertrauen in ihre Mitmenschen und in die Möglichkeit, gemeinsam die Zukunft positiv zu gestalten. Den Weg dahin sah sie stets im Dialog auf Augenhöhe. Diese Haltung beschrieb unser Elternbeiratsvorsitzender, Herr Ginciauskas, folgendermaßen: „Vertrauen entsteht dadurch, dass man davon ausgehen kann, dass der andere das Richtige will." Frau Eller habe ein besonderes Gespür für ihr Gegenüber und für Situationen. Sie verbinde in besonderer Weise „Herz und Hirn, Seele und Verstand".

Im Gespräch mit Frau Rugart, der Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums, zog Frau Eller selbst folgendes Fazit ihrer Tätigkeit: „Ich habe es immer gerne gemacht, ob als Lehrkraft oder als Schulleiterin. Menschen Entfaltungsfreiräume zu geben, ist sehr sinnstiftend. Und die Selbstwirksamkeit darin ist wunderbar. Ich konnte so viel gestalten, und am Ende geht es immer um die Schülerinnen und Schüler. Das ist gut." Diese unterstützende und ermutigende Zugewandtheit war keine Floskel, sondern sie wurde von der Schülerschaft tatsächlich so wahrgenommen.


Ein Highlight des Abends war daher die Übergabe des Schülergeschenks (ein ganzes Buch voller persönlicher und kreativer Beiträge) durch die beiden Siebtklässler Mattis Bohn und Emilio Castellanos Klee, die sich stellvertretend bei Frau Eller dafür bedankten, dass sie „als Kapitänin das Mörike-Schiff stets auf Kurs" hielt, obwohl sich „die Mannschaft oft wie eine Horde Piraten verhalten" habe. Vor dieser Leistung zog unser Schülersprecher, Paul Schmidt-Tank, in seiner Rede wortwörtlich den Hut.

Frau Eller und Herr Hartlieb


Natürlich war die Rolle der Schulleitung nicht immer einfach angesichts der politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, wie unter anderem Frau Dr. Valerius vom Verein der Freunde in ihrer Rede betonte. Während der Pandemie hatte sie Frau Eller ein symbolisches „rosa Tütchen" geschenkt, in dem sie all ihre schönen Erinnerungen aufbewahren sollte, während die schlechten Erinnerungen in einem „schwarzen Tütchen" regelmäßig entsorgt werden sollten. Lustigerweise hatte Frau Eller genau dieses „rosa Tütchen" bei der Verabschiedungsfeier dabei und nahm in ihrer eigenen Rede darauf Bezug. Wir sind uns sicher, dass dieser Abend mit all den wertschätzenden Worten einen besonderen Platz in ihrem „rosa Tütchen" finden wird!



Sicherlich wird auch für Holger Hartlieb der Abend seiner Amtseinsetzung durch Frau Rugart in schöner Erinnerung bleiben, denn auch er wurde mit tosendem Applaus bedacht. „Wenn das mal kein Votum ist!", meinte die Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums. In seiner Antrittsrede hob Herr Hartlieb hervor, dass ihm bewusst sei, dass er in große Fußstapfen trete. Gerade deshalb sei es ihm das erste Anliegen, „das anregende und ermutigende Schulklima am Mörike-Gymnasium zu erhalten und weiter zu pflegen." Angesichts einer Welt, die „aus dem Lot zu sein" scheint, sieht er die Schule als „geschützten Raum, als Gemeinschaft mit analogen Begegnungen und Beziehungen, als einen Ort der Sicherheit und der Verbindlichkeit." Dazu gehöre auch, zuweilen Grenzen zu setzen und Schulregeln mit Klarheit und Festigkeit vorzuleben und durchzusetzen.


Herr Hartlieb stammt aus dem Kollegium und hat bereits als Abteilungsleiter maßgeblich die Schulkultur gestaltet, indem er unter anderem die Entwicklung des Leitbildes vorantrieb. Wegen „der vielfältigen Schülerschaft, des innovationsoffenen Kollegiums, der konstruktiven Elternschaft und der spannenden Schulstadt" hatte er sich im Jahr 2013 ganz bewusst auf die Abteilungsleiterstelle am Mörike-Gymnasium beworben und damit „seine Schule" gefunden. Diese große Identifikation bewog ihn letztlich auch dazu, sich als neuer Schulleiter zu bewerben. In dieser Funktion möchte er nun „das Mörike im besten Fall zu einer noch besseren Schule machen." Dabei kann Herr Hartlieb sich sicher auf die Unterstützung der gesamten Mörike-Familie verlassen!

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Frau Eller und Herr Hartlieb nochmals gemeinsam auf die Bühne gebeten, wo sie mit Standing Ovations und Konfetti-Kanonen zu dem Lied „Firework" (Katy Perry) gefeiert wurden. Was für ein Abend!


Rebekka Hemminger und Kristin Bohn



Ein besonderer Dank gilt:

Jakob Vellaramkalayil, 6d (Saxophon), Paul Schmidt-Tank, 9c (Geige), Hannah Rädiger, 10c (Geige), Elisa Frese, KS1 (Gesang), Uschi Dürr (Klavier), Sonja Hager (Geige), Kerstin Brenneisen (Bratsche), Felix Pena-Sommer (Cello), Andreas Beuke (Gesang), Florian Knupfer mit der Technik-AG, Rainer Hauns mit seinen Schulsanitätern, Ulla Saur (Konzeption und Moderation), Jadranka Ivicak (Organisation, Buffet und Dekoration), Christina Brantisch, Annette Lietz und Franziska Wagner (Organisation und Durchführung), Sebastian Kopp (Einladung und Programm), Stefan Haag und Jürgen Wurst (Fotos), Susa Eberspächer (Sektauschank), Sybille Matley (Blumenschmuck) sowie allen Helferinnen und Helfern der Mörike-Familie