Gemeinschaftskunde-Kurse bei Tagung über Bildung und Kinderarmut in Baden-Württemberg

Am 11. Februar veranstaltete die Evangelische Akademie Bad Boll eine Online-Tagung zum Thema „Bildung und Kinderarmut in Baden-Württemberg". Fast 300 TeilnehmerInnen schalteten sich in die Videokonferenz hinein, darunter auch die beiden Leistungskurse Gemeinschaftskunde der Kursstufen 1 und 2 von Herrn Hartlieb. Das Tagungsprogramm hatte neugierig gemacht:

„Reiches Land, arme Kinder? Aktuelle Studien stellen fest, dass jedes 5. Kind in Baden-Württemberg von Armut bedroht ist. Arm zu sein ist nicht nur ein finanzielles Problem. Armut engt ein und macht perspektivlos. Das wird ganz besonders in unserem Bildungssystem deutlich. Ein erfolgreicher Schulabschluss ist immer noch stark abhängig vom sozialen Status des Elternhauses. Er entscheidet, ob sich Armut im Lebensverlauf verfestigt oder überwunden werden kann. Und die Corona-Pandemie hat diese Problemlage nochmals verschärft. Was können wir tun, damit kein Kind zurückbleibt?


Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und im Gespräch mit jungen Menschen möchten wir diskutieren, wie es gelingen könnte: Ein Bildungssystem, das allen Kindern und Jugendlichen tatsächliche Chancen bietet." (https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/640721.html)

Elisabeth Stauber, Leiterin des Fachbereichs Soziales der Universitätsstadt Tübingen, zeigte in einem spannenden Praxisbericht Möglichkeiten und Grenzen der Kommunen bei der Armutsbekämpfung auf. Vieles kann ermöglicht und verbessert werden, etwa durch niedrigschwellige Angebote für Eltern in den Familienzentren, doch tieferliegende strukturelle Teilhabeschranken können nur bundes- oder landespolitisch gelöst werden, so ihr Fazit.

In der anschließenden digitalen Podiumsdiskussion wurden die unterschiedlichen parteipolitischen Akzentsetzungen auf Landesebene deutlich. Einig im Ziel der Armutsbekämpfung, zeigten sich Differenzen auf dem Weg dorthin. Während der CDU-Abgeordnete Klaus Burger das Landeserziehungsgeld als einkommensunabhängiges ‚Landesfamiliengeld' wiedereinführen möchte, setzt Andreas Kenner von der SPD auf kostenlose Kinderbetreuungsangebote –


Kitas müssten genauso gebührenfrei sein wie Schulen und Hochschulen. Jürgen Keck (FDP) hält dies nicht für erforderlich und fürchtet Qualitätsverluste, will die Familienzentren aber weiterhin unterstützen. Petra Krebs von den Grünen möchte die Sprachbildung im Kita-Bereich ausbauen und mehr für eine gesunde Ernährung armer Kinder tun. Linke-Spitzenkandidatin Sahra Mirow plädiert für mehr Umverteilung, um den Staat sozialpolitisch insgesamt handlungsfähiger zu machen.

Immer wieder wurden Fragen und Kommentare aus dem Publikums-Chat in die Diskussion aufgenommen. Diese wurde von den beteiligten PolitikerInnen sehr sachlich geführt, was eventuell auch am digitalen Format lag, das ein Unterbrechen weniger leicht möglich machte. Umgekehrt konnte die Lebendigkeit einer klassischen Podiumsdiskussion nicht ganz erreicht werden.

Dennoch hat sich der Nachmittag für die SchülerInnen der GK-Kurse gelohnt. Denn die Veranstaltung leistete nicht nur einen Beitrag zur Abiturvorbereitung – das Thema ‚Sozialstruktur und Sozialstaatlichkeit im Wandel' ist eines der Prüfungsthemen –, sondern stimmte auch auf die bevorstehende Landtagswahl ein, bei der einige zum ersten Mal wählen dürfen.

har


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