Mörike-Gymnasium Esslingen - Januar 2020

Deutsch-französischer Tag am Mörike

Am 22.1.1963 wurde in Paris von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer der deutsch-französische Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Dieser ist nicht nur eine tragende Säule des europäischen Friedens, sondern bildet auch den Grundstein für zahlreiche Kooperationen zwischen Deutschland und Frankreich: unter anderem unsere Städtepartnerschaft mit Vienne und den Schüleraustausch, den wir seit vielen Jahren mit Schulen aus Vienne durchführen.

Um auf diesen besonderen Tag aufmerksam zu machen, veranstalteten die 7. Klassen mit Frau Bohn und Frau Rotter einen Kuchenverkauf mit typisch französischen Spezialitäten. So konnten die Schüler des Mörike-Gymnasiums an diesem Tag leckere tartes, brioches, pains au chocolat, bretonische Kekse und mousse au chocolat-Variationen probieren – natürlich alles „fait maison“, das bedeutet „selbst gemacht“!

Die deutsch-französische Geschichte zeigt, dass aus Feinden Freunde werden können.

Vive l’amitié franco-allemande!

gez. Bohn/Rotter

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Kindheit in der DDR: ehemaliger Mörike-Lehrer als Zeitzeuge

Im Zuge des diesjährigen Seminarkurses zum Thema “30 Jahre Mauerfall” hat Herr Hartlieb einen Zeitzeugen zu uns in den Unterricht eingeladen: Clemens Jarosch.

Herr Jarosch ist ein ehemaliger Lehrer des Mörike-Gymnasiums und wurde in der DDR geboren. Er berichtete von seiner Kindheit und der Flucht aus der DDR.

1951 hineingeboren in eine “typisch deutsche Familie”, wie er sagte, wuchs Herr Jarosch in einem kleinen Dorf in Brandenburg auf. Die Eltern waren, um Arbeit zu finden, wie so viele Schlesier nach Brandenburg gegangen. Nach Krieg und Kriegsgefangenschaft begannen die Eltern in der minimal mit Baumaterialien und anderen Dingen versorgten DDR ein Haus zu bauen. Jedoch fühlte die Mutter sich nie ganz wohl in Brandenburg, was später eine Rolle für die Flucht spielte.

Herr Jarosch berichtete uns von seiner Kindheit, die er als normal und glücklich beschrieb. Als er eingeschult wurde, kam er zum ersten Mal in Kontakt mit der Linienführung der DDR. Das äußerte sich auf verschiedene Weise. Zum einem gab es den sofortigen Anspruch der Schule darauf, dass die Schüler Mitglied der “Jungen Pioniere” – der Kinderorganisation der Partei – werden. Herrn Jaroschs Eltern verweigerten dies allerdings und Herr Jarosch wurde ausgeschlossen, da alle anderen Kinder bei den “Jungen Pionieren” waren. Viele Überzeugungsversuche später durfte er dann doch zu den “Jungen Pionieren” und war darüber sehr erleichtert.

Auch wurde den Kindern bereits in der Schule beigebracht, was es heißt, ein “guter Sozialist” zu sein. Herr Jarosch beschrieb diesen Vorgang als “unterschwellige Indoktrination”, was ihm bereits in jungen Jahren klar wurde. Nach einer Wahl, die – wieder mal – mit 98% der Stimmen für die SED ausfiel, war allen klar, dass man aufpassen musste, was man sagte.

Als der Bruder von Herrn Jarosch nach Abschluss der Schule studieren wollte, reifte der Fluchtgedanke. Denn in der DDR, die sich als “Arbeiter-und Bauernstaat” bezeichnete, musste man vor dem Studium eine Lehre machen und sowohl der SED beitreten als auch am besten noch in ihr aktiv sein. Jedoch war einem ein Studienplatz auch dann noch nicht hundertprozentig sicher. Aufgrund dieses ständigen Kampfs um das Studium beschloss Herr Jaroschs Bruder zu fliehen. Die Eltern beschlossen daraufhin ebenfalls zu fliehen, da sich die Mutter zum einen in Brandenburg sowieso nicht wohlfühlte und der Vater zum anderen von einem Parteisekretär sagen gehört hatte: “Wartet mal ab, bis wir euch hier sicher haben”. Er spielte damit darauf an, dass viele Leute flohen und so “den Staat ausbluteten”. Die Flucht wurde akribisch geplant, ohne Herrn Jarosch etwas davon zu sagen, denn alles musste unter größter Verschwiegenheit geschehen. Die Familie teilte sich auf und gelangte unter Vorwänden nach Westberlin. Das war damals noch möglich, da die Mauer noch nicht stand. Man konnte sogar mit der S-Bahn, die aber streng kontrolliert wurde, von der einen Seite auf die andere fahren. Nach der Wiedervereinigung der Familie wurde von einem Flüchtlingslager, in dem sie waren, die Flucht in den “richtigen Westen” organisiert. Die Bedingungen in den Flüchtlingslagern waren so wie heutzutage und man lebte von der Hand in den Mund. Als die Mauer gebaut wurde, hatten alle Angst davor, zurückgesendet zu werden.

Herr Jarosch berichtete uns von einer völligen Trennung von der DDR in der Zeit nach der Flucht und von Problemen mit der Verarbeitung der plötzlichen Flucht. Auch die Tatsache, dass sie ihr Haus verloren hatte, machte der Familie zu schaffen.

Nach der Wende konnte man sein Eigentum zurückfordern, aber Herr Jarosch ist dagegen gewesen, denn er hätte es als unfair gegenüber den neuen Bewohnern des Hauses empfunden, die er bei einem Besuch gesehen hatte.

 

Herrn Jaroschs Zeitzeugenvortrag war sehr persönlich, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken möchten. Auch möchten wir uns bei Herrn Hartlieb für die gute Organisation und die Ermöglichung solch interessanter Einblicke bedanken.

 

 

Julia Stelzer, Elena Kolaric (KS 1)

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Vielfalt-Coaches nehmen ihre Arbeit auf

Vielfalt-Coaches in Klasse 7d    

Wir, die Vielfalt-Coaches des Mörike-Gymnasiums, haben am Mittwoch, den 27.11.2019, in der Klasse 7d unser erstes Projekt an der Schule durchgeführt. In der ersten Stunde haben wir uns vorgestellt und sind die „Vielfaltspyramide“ durchgegangen: Durch das Erstellen und spätere Besprechen der Pyramide haben die Schüler erkannt, dass man für die Verwirklichung eigener Interessen bestimmte Rechte braucht. Durch diese Erkenntnis fiel es uns leicht, ihnen die Menschenrechte, deren Herkunft und Funktion vorzustellen.

An diese Vermittlung der Menschenrechte knüpften wir ein Stadtspiel an, für welches wir die wichtigsten Menschenrechte heraussuchten, welche jeweils ein Ort hier in Esslingen repräsentieren sollte, z. B. die Schule für das Recht auf Bildung. Die Klasse wurde von uns in sechs Gruppen eingeteilt, welche jeweils entweder ein Rollenspiel oder ein Plakat zu ihrem Menschenrecht vorbereiten mussten. Die Rollenspiele und Plakate wurden dann in der Klassenstunde eine Woche später im Park präsentiert. Die Ergebnisse waren trotz der kurzen Bearbeitungszeit alle gelungen und wir hatten viel Spaß dabei, nicht nur Inhalte, die wir selbst erst erlernt hatten, weiterzugeben, sondern auch zu sehen, wie die Klasse diese aufnimmt und mit ihnen arbeitet.

Iclal Balci und Marie Dölle, 10d

 

Wie gut die erste Aktion unserer Vielfalt-Coaches bei der Klasse ankam, zeigen die Eindrücke einer Schülerin der 7d:

 

Am 27.11.2019 kamen die Zehntklässler Iclal und Marie zum ersten Mal in unsere Klasse. Die Vielfalt-Coaches stellten uns die Menschenrechte vor, in der Hoffnung, dass wir verstehen, dass wir alle das Recht haben, unser Leben so zu gestalten, wie wir es möchten. Die Mädchen zeigten anhand von Orten in Esslingen die Bedeutung der jeweiligen Artikel auf. Die gut organisierten Zehntklässlerinnen teilten unsere Klasse in mehrere Gruppen auf. Danach durften die Gruppen entscheiden, welches Recht bzw. welchen Ort sie nehmen wollen. Zudem war es ihnen frei überlassen, ob sie ein Plakat machen oder ein Rollenspiel. Das kam bei den Kindern sehr gut an. Sie hatten die restliche Stunde Zeit, ihre kleine Stadtführung vorzubereiten. Am 4.12.2019 war es so weit. Wir hatten noch ein wenig Zeit, unsere Plakate zu gestalten oder das Rollenspiel einzuüben. Danach ging es zum Mörike-Park, um die Stadtführung durchzuführen. Eine Gruppe nach der anderen spielte oder stellte ihr Recht vor. Orte dafür waren das Rathaus, die Schule, die Polizei oder die Bank. Die Kinder hatten großen Spaß daran, vorzustellen, was sie erarbeitet hatten. Alle Gruppen bekamen großen Applaus nach jeder Vorstellung. Auch Marie und Iclal bekamen einen sehr verdienten Applaus. Wir hoffen, dass sie weitermachen und auch anderen etwas über unsere Rechte erzählen.

 

Parthena Rubino, 7d

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