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Klassenwettbewerb "Deine Idee bewegt das Mörike"

Chill-Räume, Schultheater oder Wasserspender

Viele Ideen, wie sich die Schule verändern kann

Die Schüler am Mörike-Gymnasium haben ein dickes Lob verdient: Die Projekte, die sie beim Klassenwettbewerb „Deine Idee bewegt das Mörike“ in den Klassen 6 bis 10 erarbeitet haben, stammen nicht aus Wolkenkuckucksheim. Sie sind allesamt ganz praktisch und zum größten Teil sehr realistisch. Sie haben auch nicht nur das Wohl der jeweiligen Klasse im Blick, sondern das der gesamten Schule und sogar weit darüber hinaus. So versprach die Schulleiterin Gerda Eller bei der Preisverleihung ganz fest: „Wir werden eure Ideen aufgreifen!“ Nur eine war bei Preisverleihung verhindert: Elke Schaeberle, die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Ehemaligen des Mörike-Gymnasiums. Sie hatte die Idee für den Klassenwettbewerb und hatte sich kräftig für diesen eingesetzt. So übernahm ihr Stellvertreter Bernhard Domin die Präsentation der Projekte. 14 Klassen und eine AG hatten sich mit 21 Projektideen angemeldet, am Ende lieferten zehn Klassen insgesamt zwölf fertige Präsentationen ab. Sie lockten drei Preise in Höhe von 300, 200 und 100 Euro, zu verwenden für eine Klassenaktion. Über die Preise entschied eine Jury mit der Schulleiterin und Vertretern das Fördervereins, der SMV und des Elternbeirats. „Es ist uns nicht leicht gefallen, die Präsentationen und Projektideen zu bewerten“, sagte Domin. „Jede einzelne Projektidee hatte das Potenzial, Gewinner zu werden.“ Am Ende machte die Klasse 8d mit ihrem Projekt „Sozialprojekte“ das Rennen (siehe Kasten). Der zweite Preis wurde doppelt vergeben, an zwei sehr ähnliche Projekte. Die Klasse 10a will im Hof und bisher kahlen Durchgang neue Sitzgelegenheiten anbringen lassen. Schüler sollen dort reden, essen und die Sonne genießen können.

Auch die Klasse 10c vermisst Sitzgelegenheiten im Freien und schlug vor, Tische und Bänke im Villagarten auf der anderen Seite der Mörikestraße aufzustellen. Sie hatte sich Gedanken zur Pflege und Bemalung gemacht und bereits im Internet ihr bevorzugtes Modell ausgesucht. Der dritte Preis ging an die Klasse 6b für ihr Projekt „Unterstufentheater“. Dort könnten sich Schüler ohne Notendruck in viele Richtungen ausprobieren, argumentierte die Klasse. Das Unterstufentheater fördere die Gemeinschaft, die „Emma“, also die Mensa und Aula, biete für Aufführungen beste V oraussetzungen. „Man muss nicht immer die Person sein, die schlechte Noten schreibt, man kann auch mal eine andere Person spielen“, träumte ein Schüler. Zwei der vier Preisträgerklassen warten extra fleißig. Sie hatten sich in jeweils zwei Gruppen aufgeteilt und somit zwei Projekte entwickelt. Das zweite Projekt der Klasse 8d waren Chillräume mit Sofa und Sitzsäcken. Zugleich wünscht sich die Klasse Räume für entspanntes Lernen, mit Nachschlagemöglichkeiten. Die Klasse hat auch eine Kalkulation erstellt. Das Problem ist jedoch, dass derzeit alle Räume belegt sind. Das zweite Projekt der Klasse 10c ist die Vortragsreihe „Mörike-Talk“. Dazu wollen die Schüler Gastredner einladen, mit denen sie anschließend diskutieren oder einen Workshop durchführen. Die Klasse 6c stört sich am vielen Plastikmüll. Sie will daran arbeiten, weniger Müll zu produzieren und schlägt vor, in Esslingen Müll einzusammeln. Die Klasse 6d schlägt vor, dass die Schülergemeinschaft immer wieder ein anderes Land auswählt. Über dieses Land sollen dann fächerübergreifend Informationen zu Kultur, Geschichte, Religion und Sprache gesammelt werden. Dazu soll es in der Mensa landestypische Gerichte geben. Die Klasse 7a hingegen wurde teils von der Wirklichkeit überholt. Sie wünscht sich Tablets in jedem Klassenzimmer und dachte auch an die Schulungen für die Lehrer, damit diese die Tablets im Unterricht einsetzen können. Inzwischen hat der Förderverein bereits Tablets spendiert. Die Klasse 7d will ebenfalls Tablets ab der Mittelstufe und hat ausgerechnet, dass diese den Schulranzen um zweieinhalb Kilogramm leichter machen. Für die Benutzung müsse es aber Regeln geben. Die Klasse 7b will in einer Koch-AG Gerichte aus anderen Ländern probieren. Die Klasse 8c kritisiert die Schlangen vor dem Wasserspender und will deshalb in der Schule weitere Wasserspender aufstellen.

[Esslinger Zeitung, 10.7.2019]

 

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