Mandalas, Yoga und Sanskrit statt Rechnen, Turnen und Grammatik

[Oktober/Nobember 2018] Nicht nur mit einem völlig neuem Stundenplan, sondern auch mit einer komplett anderen Kultur und Lebensweise wurden die 12 Teilnehmer aus den vier Esslinger Gymnasien bei ihrem Schüleraustausch mit Indien überrascht. Direkt nach der Ankunft am Flughafen am 22. Oktober und einem herzlichen Empfang durch die Gastfamilien aus Coimbatore, der Partnerstadt Esslingens in Südindien, ging das Abenteuer im indischen Verkehrschaos auch schon los. Abendbrot mit Messer und Gabel? Von wegen! Dosas, Idly, Chappati und Curryreis wurden fortan zunächst zaghaft – später routiniert – zu jeder Tageszeit mit den Händen verzehrt. Nicht nur beim Essen wurde alles daran gesetzt, dass den Gästen ein neues angenehmes Zuhause auf Zeit geboten wurde.

Blumenteppiche, Blütenkränze und Bindis unterstrichen den traditionellen farbenprächtigen Empfang in der G.D. Public School, der indischen Partnerschule. Anschließend versammelte sich die gesamte Schulgemeinschaft in Reih und Glied, um den Schultag in Schuluniform mit Weisheiten, Organisatorischem und der Nationalhymne zu beginnen. Die kommenden Schultage waren mit Yoga, Mandalas, Sanskrit Shlokas (Lobpreisungen), Indian Folk Dances (a la Bollywood), Kabaddi und Kho-Kho (alte indische Sportspiele) traditioneller Küche, Holzarbeiten und Unterrichtsbesuchen gefüllt. „Creating Creativity“ ist das Motto der sehr vom englischen Schulsystem geprägten Privatschule, was man auch am Stundenplan und im Schulgebäude siehtNach den teils sehr langen Heimfahrten in gelben Schulbussen wurde der Schulalltag mit Besuchen  hinduistischer Tempel, Shoppingtouren oder Kinobesuchen, Fußball oder Badmintonspielen abgerundet. Insbesondere die Wochenenden ließen jedoch am meisten Zeit, um die umliegenden Berge mit den Teeplantagen, Reisfeldern, Kokospalm-Farmen und Kaffeepflanzungen zu erkunden. Wer Glück hatte konnte sogar wilde Elefanten, Affen, Bisons, Kormorane und andere seltene exotische Tiere beobachten.

Das hinduistische Diwali-Fest, das traditionell im Kreise der Familien mit unzähligen Krachern, Böllern und Feuerwerksraketen gefeiert wird, war einer der Höhepunkte des Aufenthaltes. Die drei Feiertage, an denen der Tradition nach das Gute gegen das Böse gesiegt hat, ließen aber auch noch Zeit zum Entspannen.

Aber ein Indienaustausch ist eben keine Klassenfahrt ins Allgäu. Sprache, Gesellschaft, Kultur, Religion, Schulalltag und Essen sind so unterschiedlich im Vergleich zu Deutschland, dass all die Eindrücke und Erlebnisse uns sicher noch lange beschäftigen werden. Ein Schüleraustausch mit Indien ist einzigartig und besonders!

[M. Schwarzer]

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok