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Exkursion nach Dachau

[17.7.2018] Nachdem wir uns im Geschichtsunterricht ausführlich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt hatten, machten sich am 17.7. die Klassen 9a und 9b, begleitet von Frau Stümpfle, Herrn Reich, Frau Poerting und Frau Hierse auf den Weg nach Dachau. Der Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers sollte  uns begreifbarer machen, worüber wir vorher  im Unterricht gesprochen hatten. Eigentlich ging es aber darum zu sehen, wie schnell sich ein freiheitlicher Staat verwandeln kann, wenn man akzeptiert, dass das Recht auf Würde einem Teil der Gesellschaft abgesprochen wird, und was das bedeuten kann.

Für uns machte das Gelände auf den ersten Blick eher den Eindruck einer weitläufigen Parkanlage: wir fuhren an einem strahlenden Sommertag kurz vor den Ferien durch die bayrische Landschaft und kamen nach einem Mittagessen gut erholt an den Pforten des ehemaligen KZs an. Hier trafen wir unsere beiden Führerinnen vom Verein für Internationale Jugendbegegnung, die für uns stückweise die düstere  Vergangenheit hinter den sonnenbeschienen Bäumen und Kiesanlagen sichtbar machten. Bereits beim ersten Anblick des riesigen Appellplatzes wurde den meisten schnell klar, dass die Wirklichkeit die vorgestellten Dimensionen um einiges übertraf. Dort erschien auch die strahlende Sonne auf einmal bedrohlicher, als uns bewusst gemacht wurde – während wir vorsorglich in der Mittagsglut immer von Schattenstelle zu Schattenstelle geführt wurden – dass allein das Stehen auf diesem riesigen Platz bei jedem Wetter schon eine kaum erträgliche Belastung sein konnte. Die Vorstellung von stundenlangem Stehen unter diesen Bedingungen erweckte eine erste Ahnung von der Bedeutung des Lebens im KZ Dachau.

In den folgenden 2-3 Stunden gelang ein vertiefter Einblick in Lagerleben und Lebensbedingungen, wobei uns unsere Führungen anschaulich, aber behutsam und persönlich begleiteten. Ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle an den Verein der Freunde des Mörike-Gymnasiums, der die Kosten beider Führungen komplett übernommen hat. Wenn man so deutlich wie hier sehen konnte, wohin die Aberkennung der Menschenwürde führen kann, wird man sicherlich sensibler gegenüber aktuellen Anzeichen und Tendenzen, einigen Menschen diese Grundrechte absprechen  zu wollen.

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