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Aufklärung tut not!

[12.7.2018] Im Rahmen der Lektüre von Lessings „Emilia Galotti“ durfte die Klasse 10a an einer ganz besonderen Art von Führung durch das Ludwigsburger Schloss teilnehmen. Ein Schauspieler schlüpfte in die Rolle des Baron von Bühler und nahm die Schülerinnen und Schüler mit ins Jahr 1788.

Die Spielidee: Fürst Carl Eugen feiert bald Geburtstag und hat eine kleine Gruppe Gäste eingeladen, die nicht von adeligem Stand sind, nämlich die Besucher aus der 10a. Im „Württembergischen Obrigkeitston“ führte ihre Exzellenz Baron von Bühler die Schülerinnen und Schüler aus bürgerlichem Hause durch die Räumlichkeiten des Fürsten, um ihnen vordergründig einen Crashkurs in höfischer Etikette teilwerden zu lassen, aber hintergründig einen Einblick in das absolutistische Hofleben zu geben und zu zeigen, wie groß die hierarchische Distanz zwischen Adel und Bürgertum waren, wie ausgeliefert der gemeine Bürger der Willkür der Herrschenden war .

In Lessings „Emilia Galotti“ sind Anzeichen eines Zeitenumbruchs zu erkennen. Die Ideen der Aufklärung manifestieren sich in einem Bürgertum, das sich von den adligen Vorbildern emanzipiert und selbst über sein Schicksal bestimmen möchte. Durch Baron von Bühler konnten die Schülerinnen erahnen, in welchen Spannungsverhältnissen die Dramenfiguren agieren und weshalb der Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im 18. Jahrhundert  immer lauter wurde.

Im 21. Jahrhundert sind die Früchte der Aufklärung so selbstverständlich geworden, dass es beizeiten einen Baron von Bühler braucht,  um die Distanz zu literarische Figuren zu verringern und den Wert  dieser Früchte zu erkennen.

A. Fischer 

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