Hoher Besuch am Mörike

[4.5.2018] Regierungspräsident Wolfgang Reimer hat das Mörike-Gymnasium besucht. Als Leiter des Regierungspräsidiums Stuttgart, dem auch die Schulverwaltung unterstellt ist, verschafft sich der Regierungspräsident immer wieder Einblicke in die Schulpraxis. Am Mörike-Gymnasium konnte er dies auf sehr lebendige Weise tun, denn die Schule hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Los ging es nach der Begrüßung durch Schulleiterin Gerda Eller mit einem Rundgang, der von Schülerinnen und Schülern der bilingualen Klasse 7c geleitet wurde. Auf Englisch führten sie  Reimer durch die Programmpunkte. Erste Station: der Mörike-Zoo im Fachbau. In der Tier-AG lernen die Schüler den artgerechten Umgang mit Heimtieren. Beim Füttern eines Chamäleons konnte Reimer seine Routine im Umgang mit Tieren unter Beweis stellen: „Ich habe schon viele Tiere gefüttert“, sagte der studierte Diplom-Agraringenieur, der bis heute einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb in Gaildorf hat. Bei der Besichtigung der Terrarien machte Reimer auch Bekanntschaft mit einer Madagaskar-Fauchschabe, die er unerschrocken in die Hand nahm. Anschließend ging es hinauf aufs Dach zu den Bienenstöcken der Bienen-AG, vorbei an einer kleinen Kunstausstellung im Freien. Nach einer Führung durch den Ganztagsbereich in der Villa und den Schulgarten durften die Gäste des  Regierungspräsidiums noch eine ganz besondere Unterrichtsstunde erleben. Unter Anleitung der Mörike-Lehrerin Dorothea Ströhle führten Schüler des Biologiekurses eines Leonberger Gymnasiums eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durch. Die PCR zählt heute zu den wichtigsten Methoden der modernen Molekularbiologie, und das Mörike-Gymnasium verfügt als Stützpunktschule über die notwendigen labortechnischen Voraussetzungen.Daher bietet die Schule regelmäßig PCR-Praktika für Oberstufenkurse anderer Gymnasien an.

Beim Kaffee-Gespräch mit der Schulleitung, Lehrkräften, Herrn Bertazzoni vom Elternbeirat und Schülersprecherin Iman Nasir zeigte sich Wolfgang Reimer dann auch beeindruckt von der naturwissenschaftlichen Ausstattung und der schülernahen Vermittlung naturwissenschaftlicher Themen am Mörike-Gymnasium. Überrascht war er auch vom breiten AG-Angebot, das trotz voller Stundenpläne im G8 gut angenommen wird. Zugleich betonte Reimer die zentrale Rolle der Chancengleichheit: „Bildung ist Voraussetzung für Integration. Das war auch ein Grund für meinen Besuch bei Ihnen, zu würdigen, wie gut Sie zurechtkommen mit Ihrer heterogenen Schülerschaft.“ Mit einer noch effektiveren Sprachförderung schon im Vorschulbereich wolle die Landesregierung die Schulen dabei zukünftig noch stärker unterstützen. Weitere aktuelle Themen der Schulpolitik wie Inklusion, Oberstufen an Gemeinschaftsschulen und die aktuell anstehende Umsetzung des neuen Qualitätskonzeptes für das Bildungssystem wurden angeregt diskutiert. Auch zum schlechteren Abschneiden Baden-Württembergs in den letzten Schulvergleichsstudien war Wolfgang Reimer an einer Einschätzung der Schulpraktiker vor Ort interessiert.

Der Besuch des Regierungspräsidenten zeigte, wie fruchtbar der offene Austausch zwischen Schulverwaltung und Schulen sein kann, wenn sich beide Seiten mit Interesse und Wertschätzung begegnen.

[Holger Hartlieb]

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